Höhenverstellbarer Schreibtisch: 40-50% sparen mit Steuervorteilen
Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick
Deutsche Unternehmen können beim Kauf höhenverstellbarer Schreibtische richtig sparen. Die Steuervorteile sind beachtlich. Zusätzlich gibt es staatliche Förderungen, die viele nicht kennen.
Konkrete Einsparungen:
- Sofortabschreibung bis 800 Euro netto pro Schreibtisch möglich
- 19% Mehrwertsteuer sofort zurück vom Finanzamt
- Zusatzförderung durch Rentenversicherung und Berufsgenossenschaften
- Gesamtersparnis oft 40-50% der Anschaffungskosten
Steuerliche Vorteile im Detail

Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG): Sofort absetzen
Die GWG-Regelung ist besonders attraktiv. Sie gilt für Schreibtische bis 800 Euro netto (ohne Mehrwertsteuer).
So funktioniert es: Den kompletten Betrag können Sie im Kaufjahr absetzen. Das mindert sofort Ihren Gewinn und damit die Steuerlast. Bei 30% Steuersatz sparen Sie 240 Euro pro Schreibtisch (800 Euro × 30%).
Praxisbeispiel: Ihr Unternehmen kauft 10 Schreibtische zu je 750 Euro netto. Gesamtkosten: 7.500 Euro. Diese 7.500 Euro reduzieren im gleichen Jahr Ihren zu versteuernden Gewinn. Bei 30% Steuersatz entspricht das 2.250 Euro Steuerersparnis.
Wichtig zu wissen: Jeder Schreibtisch zählt einzeln. Auch bei 100 Schreibtischen gilt die GWG-Regelung für jeden einzelnen, solange der Preis unter 800 Euro netto liegt.
Sammelposten: Die Alternative für mittlere Preise
Liegt der Preis zwischen 250 und 1.000 Euro netto, haben Sie eine Wahlmöglichkeit. Entweder nutzen Sie die GWG-Regel (bis 800 Euro) oder den Sammelposten.
Der Sammelposten erklärt: Alle Anschaffungen zwischen 250 und 1.000 Euro werden zusammengefasst. Diesen Gesamtbetrag schreiben Sie über 5 Jahre ab, also jährlich 20%.
Wann ist das sinnvoll? Wenn Sie in den kommenden Jahren höhere Gewinne erwarten. Dann verteilen Sie die Steuerersparnis gleichmäßiger über mehrere Jahre.
Rechenbeispiel: 10 Schreibtische zu 900 Euro netto = 9.000 Euro gesamt. Über 5 Jahre können Sie jährlich 1.800 Euro absetzen. Bei 30% Steuersatz sind das 540 Euro Steuerersparnis pro Jahr.
Lineare Abschreibung: Für teurere Modelle
Premium-Schreibtische über 800 Euro netto müssen anders behandelt werden. Hier gilt die normale Abschreibung über die Nutzungsdauer.
Die Nutzungsdauer: Das Bundesfinanzministerium legt für Büromöbel 13 Jahre fest. Diese Zeitspanne finden Sie in der offiziellen AfA-Tabelle (Absetzung für Abnutzung) unter Position 6.1.
Die Berechnung: Anschaffungspreis geteilt durch 13 Jahre. Ein Schreibtisch für 1.300 Euro netto ergibt also 100 Euro pro Jahr (1.300 ÷ 13 = 100). Diese 100 Euro mindern jährlich Ihren Gewinn.
Langfristiger Vorteil: Auch wenn der jährliche Betrag kleiner ist, summiert sich die Ersparnis. Über 13 Jahre nutzen Sie den vollen steuerlichen Vorteil der Investition.
Vorsteuerabzug: Sofortige Entlastung
Den Vorsteuerabzug sollten Sie nicht vergessen. Er wirkt sofort und unabhängig von der Abschreibung.
So funktioniert es: Sind Sie vorsteuerabzugsberechtigt (das trifft auf die meisten Unternehmen zu), bekommen Sie die volle Mehrwertsteuer zurück. Aktuell sind das 19% des Nettokaufpreises.
Konkret bedeutet das: Ein Schreibtisch kostet 1.000 Euro netto plus 190 Euro Mehrwertsteuer, also 1.190 Euro brutto. Die 190 Euro holen Sie sich komplett vom Finanzamt zurück. Ihre echten Kosten sind nur 1.000 Euro.
Staatliche Förderungen und Zuschüsse

Deutsche Rentenversicherung (DRV)
Die DRV unterstützt ergonomische Arbeitsplätze erheblich. Das Ziel ist, die Arbeitsfähigkeit von Versicherten zu erhalten.
Wer bekommt Förderung? Mitarbeiter mit gesundheitlichen Einschränkungen können einen Antrag stellen. Besonders bei Rückenproblemen, Bandscheibenvorfällen oder chronischen Beschwerden sind die Chancen gut.
Was wird gefördert? Die DRV kann die kompletten Kosten für höhenverstellbare Schreibtische übernehmen. Manchmal zahlt sie auch weitere ergonomische Hilfsmittel wie spezielle Stühle oder Monitore.
Der Prozess: Ihr Mitarbeiter stellt den Antrag bei der DRV. Oft empfiehlt ein Arzt diese Maßnahme. Die DRV prüft den Einzelfall und entscheidet dann über die Kostenübernahme. Dieser Service fällt unter § 33 SGB IX (Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben).
Ihr Vorteil als Arbeitgeber: Sie zahlen nichts für diese Schreibtische. Gleichzeitig helfen Sie Ihrem Mitarbeiter und erfüllen Ihre Fürsorgepflicht. Das stärkt die Mitarbeiterbindung.
Berufsgenossenschaften (BG)
Die Berufsgenossenschaften sind Träger der gesetzlichen Unfallversicherung. Prävention ist ihr Hauptauftrag.
Das Präventionsprinzip: BGs wollen arbeitsbedingte Erkrankungen verhindern. Höhenverstellbare Schreibtische beugen Muskel-Skelett-Erkrankungen vor. Diese führen oft zu langen Krankheitszeiten.
Fördermöglichkeiten: Viele Berufsgenossenschaften bieten branchenspezifische Präventionsprogramme an. Die BGW (für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege) und die VBG (Verwaltungs-Berufsgenossenschaft) fördern ergonomische Maßnahmen.
Tipp: Fragen Sie direkt bei Ihrer zuständigen BG nach. Oft müssen Sie ein Präventionskonzept vorlegen. Die Investition in dieses Konzept lohnt sich meist.
Integrationsämter
Für Mitarbeiter mit Schwerbehinderung gibt es besondere Unterstützung. Die Integrationsämter helfen nach SGB IX.
Was wird gefördert? Die komplette behindertengerechte Ausstattung von Arbeitsplätzen. Dazu gehören höhenverstellbare Schreibtische, aber auch viele andere Hilfsmittel.
Doppelter Nutzen: Sie können talentierte Fachkräfte mit Behinderung einstellen. Die Kosten für spezielle Ausstattung tragen Sie nicht allein. Das macht Inklusion wirtschaftlich attraktiv.
Praxisbeispiel: SoftwareSchmiede GmbH aus München

Die SoftwareSchmiede GmbH zeigt, wie sich die Investition rechnet. Das Unternehmen hat 70 Mitarbeiter und kämpfte mit hohem Krankenstand durch Rückenprobleme.
Die Ausgangslage
Der Krankenstand lag bei durchschnittlich 8 Tagen pro Mitarbeiter jährlich. Die Geschäftsführung wollte die Ergonomie verbessern.
Die Investition
Anschaffung:
- 50 Schreibtische für IT und Entwicklung: 780 Euro netto pro Stück
- Gesamtkosten: 39.000 Euro netto
- 20 Schreibtische für Management: 1.100 Euro netto pro Stück
- Gesamtkosten: 22.000 Euro netto
- Gesamtinvestition: 61.000 Euro netto
Die Steuervorteile
GWG-Abschreibung: Die 50 Schreibtische zu je 780 Euro fielen unter die GWG-Grenze. Sofortabschreibung: 39.000 Euro. Bei 30% Steuersatz entstand eine Ersparnis von 11.700 Euro im ersten Jahr.
Lineare Abschreibung: Die 20 teureren Schreibtische werden über 13 Jahre abgeschrieben. Jährlich: (20 × 1.100) ÷ 13 = 1.692 Euro. Das ergibt jährlich 508 Euro Steuerersparnis über 13 Jahre.
Vorsteuerabzug: Die Mehrwertsteuer auf 61.000 Euro sind 11.590 Euro (19%). Diese Summe bekam das Unternehmen sofort vom Finanzamt zurück.
Die Förderung
Drei Mitarbeiter hatten diagnostizierte Bandscheibenprobleme. Sie beantragten bei der DRV Kostenübernahme für ihre Schreibtische.
Ergebnis: Die DRV genehmigte alle drei Anträge. Die kompletten Kosten für drei Schreibtische (3 × 780 Euro = 2.340 Euro) wurden übernommen.
Das finanzielle Ergebnis im ersten Jahr
- Steuerersparnis durch GWG: 11.700 Euro
- Vorsteuererstattung: 11.590 Euro
- DRV-Förderung: 2.340 Euro
- Gesamte Entlastung: 25.630 Euro
Die echten Kosten: Von ursprünglich 61.000 Euro blieben nur 35.370 Euro übrig. Das entspricht einer Ersparnis von 42% im ersten Jahr. Dazu kommen die jährlichen Abschreibungen für die Premium-Modelle.
Der gesundheitliche Erfolg
Nach einem Jahr sank der Krankenstand um 3 Tage pro Mitarbeiter. Bei 70 Mitarbeitern und durchschnittlichen Kosten von 400 Euro pro Krankheitstag ergab das weitere Einsparungen von 84.000 Euro jährlich.
Wichtige Tipps für Ihre Planung
Preisgestaltung beachten
Achten Sie beim Kauf auf die 800-Euro-Grenze. Viele Hersteller bieten Modelle knapp unter dieser Schwelle an. Der Unterschied zwischen 799 Euro und 850 Euro ist steuerlich enorm.
Dokumentation nicht vergessen
Bewahren Sie alle Rechnungen und Belege auf. Ihr Steuerberater braucht diese für die Steuererklärung. Bei Förderanträgen müssen Sie oft Kostenvoranschläge einreichen.
Rechtzeitig planen
Förderanträge brauchen Zeit. Stellen Sie Anträge bei DRV oder Berufsgenossenschaften vor dem Kauf. Nachträgliche Anträge werden oft abgelehnt.
Steuerberater einbeziehen
Jedes Unternehmen ist anders besteuert. Ihr Steuerberater kennt Ihre genaue Situation. Er kann berechnen, ob GWG oder Sammelposten für Sie besser ist.
Zusammenfassung: So profitieren Sie maximal
Höhenverstellbare Schreibtische sind eine Investition, die sich mehrfach lohnt. Ihre Mitarbeiter werden gesünder und produktiver. Gleichzeitig sparen Sie erheblich durch Steuern und Förderungen.
Die drei Säulen Ihrer Ersparnis:
- Steuerliche Abschreibung: Nutzen Sie GWG bis 800 Euro für Sofortabzug. Teurere Modelle schreiben Sie über 13 Jahre ab.
- Vorsteuerabzug: Holen Sie sich 19% Mehrwertsteuer sofort zurück. Das senkt Ihre Anschaffungskosten erheblich.
- Staatliche Förderung: Beantragen Sie Zuschüsse bei DRV, Berufsgenossenschaften oder Integrationsämtern. Oft übernehmen diese die kompletten Kosten.
Ihr nächster Schritt: Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater über Ihre konkrete Situation. Kontaktieren Sie bei gesundheitlich eingeschränkten Mitarbeitern die DRV. Fragen Sie bei Ihrer Berufsgenossenschaft nach Präventionsprogrammen.
Die Kombination aller Vorteile kann Ihre tatsächlichen Kosten um 40-50% senken. Gleichzeitig schaffen Sie einen attraktiveren, gesünderen Arbeitsplatz. Das ist eine echte Win-Win-Situation für Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiter.

